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Seit einer halben Ewigkeit

Die sagenumwobenen Geschichten von Regensberg und seiner Krone.

Wenn man zum ersten Mal nach Regensberg kommt wird einem klar, dass man so schnell wie möglich wieder kommen will.

Das Städtchen strahlt wie vor Jahrhunderten und ist umgeben von Weinreben. In hellen Mondnächten hört man oft einsame Schritte auf den Pflastersteinen des frühen Mittelalters klingen und fragt sich, wie man diesen fast 57 Meter tiefen Sodbrunnen wohl angelegt hat. Diese Notwasserversorgung sollte bei einer möglichen Belagerung das Überleben gewähren. Wegen des Jura Kalksteins wurden 57 Meter in den Felsen gegraben bis man auf eine rund 155 Millionen Jahre alte, wasserundurchlässige Schicht stiess. Der zehneckige Brunnen, auf den man von der Krone aus blicken kann, stammt aus dem Jahre 1743.

Gegründet hat das Städtchen der Freiherr Lüthold V. von Regensberg im Jahre 1244, welcher damals einen grossen Teil des jetzigen Kantons Zürich regierte. Am Ausläufer des Juras, 200 Meter über dem Unterland gelegen, galt das Städtchen als natürliche Festung und lag nahe der Handelsstrasse. Ausserdem gab es genügend Kalksteine für den Bau einer Stadt. Lüthold hatte sich eine Burg gebaut mit einem Burggraben, einer Zugbrücke und einem Eingang der fast 5 Meter über dem Boden lag. Der unverkennbare Bergfrid, der 21 Meter hohe Rundturm, mit durchschnittlich drei Meter dicken Mauern wurde gleichzeitig mit der Burg errichtet. Der Turm konnte bewohnt werden, es gab eine Küche und Warmluftheizung.

Mit der Regensburger Fehde eröffnen die Habsburger im Jahr 1267 mit Unterstützung von Truppen aus Zürich den Krieg. 1302 verkauft Lüthold VIII, der Urenkel des Gründers, Regensberg an die Habsburger. Diese verpfänden schliesslich Regensberg 1409 durch den Habsburger Herzog Friedrich, genannt «mit der leeren Tasche» an die Stadt Zürich.

1540 zerstört ein Grossbrand die Oberburg. Nur das Schloss und der Bergfrid bleiben dank einem tiefen Graben verschont. In nur einem Jahr wird die Oberburg wieder aufgebaut.

Die Krone besaß das Tavernenrecht schon vor dem großen Brand vom 9. September 1540. Das Feuer brach damals im Gesellenhaus der Krone aus und die Flammen verbreiteten sich rasend schnell. Da zu wenig Wasser vorhanden war, versuchte der Landvogt mit Wein dem Feuer Herr zu werden. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit haben sich hinter den altehrwürdigen Mauern verschiedene Wirtsleute abgewechselt und viele Gäste haben das Gastrecht genossen. Bis 1870 waren das Bezirksgericht und ein Gefängnis untergebracht. Die Geschichte erzählt uns, dass sich dazumal öfters der Gastwirt als Zeitvertreib Sträflinge aus den Zellen geholt hat um mit ihnen Karten zu spielen, oder ein Glas Wein zu trinken. Im Jahre 1955 erwarb Willi Günthart aus Regensberg die Krone von der Besitzerfamilie Zwinggi. Welche bereits damals Ausbaupläne hegte.

Bis in die 1970er Jahre war nur der Teil über dem Tor ausgebaut und der Öffentlichkeit als Gastbetrieb zugänglich. Das restliche Gebäude wurde im Jahre 1972 renoviert. 1997 wurde die Krone als Gasthaus endgültig geschlossen. Nach dem verheerenden Brand am 12. September 2011 – fast auf den Tag genau 471 Jahre später seit dem Brand im Mittelalter – hat die Krone am 3. Juni 2015  ihre Tore wieder geöffnet. Nach mehr als 4-jähriger Aufbau- und Renovationsphase erstrahlt dieses wunderschöne, einzigartige Bauwerk im „neuen“ alten Glanz.

Mit viel Herzblut hat die Familie Schäfer das Gebäude als Hotel Restaurant Krone auferstehen lassen.